Lieber fair als nur beliebt

Lieber fair als nur beliebt

Liberale Betrachtungen und Exzerpte liberaler Denker

Stephan Fischer

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Inhalt

  1. Lieber fair, als nur beliebt (Sep. 2014). 3
  2. Maßnahmen zur Erhöhung der Wahlbeteiligung und des FDP-Anteiles in Brandenburg (2009). 5
  3. Alles Freiheit oder was? (2014). 7
  4. Markt und Moral „Soziale Marktwirtschaft heute“ (2009). 9
  5. „Yes we can“: Wünsche und Wirklichkeit (2010). 11
  6. Zur Krise bei den Banken (2009). 13
  7. Quellen liberaler Politik (2009). 15
  8. Deutschland in Gefahr? (2009). 16
  9. Das Geheimnis der Wahl (2009). 19
  10. Trotzdem Marktwirtschaft im Barnim! (2009). 21
  11. Politik und Freiheit: „Mitverantwortlich – als Liberaler im SED-Staat“. 23
  12. Wilhelm v. Humboldt: Über die „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen“ (1792)  27
  13. Eberhard Puntsch: Politik und Menschenwürde – Der liberale Weg (1986). 28
  14. Das Ziel 28
  15. Liberale Werte. 28

 

 

 

 

1.      Lieber fair, als nur beliebt (Sep. 2014)

Oder: Was bedeutet Führung in einer liberalen Partei?

Gemeinhin werden, fragt man nach Führungsqualitäten, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen genannt, natürlich überdurchschnittliches Wissen, Engagement für die Sache und Erfahrung. Sind das liberale Führungsqualitäten? Eberhard Puntsch, ein bayerischer FDP-Politiker aus der Strauss-Epoche, bringt es auf den Punkt: Liberal sein, heißt fair sein. Die liberale Achtung gegenüber der Freiheit des Nächsten gebietet Fairness. Der liberale „Anführer“ muss also fair sein.

Was bedeutet Fairness, und steht sie im Widerspruch zu Kriterien wie „Durchsetzungsvermögen“ oder „Engagement für die Sache“? Nein, das ist hier nicht gemeint. Fairness bedeutet schlicht und einfach: keine Tricks, keine Lügen, keine Gewalt. Keine Tricks bedeutet: Transparenz, kein „Herrschaftswissen“ und möglichst sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Keine Gewalt bedeutet: Keine Drohungen, keine Verunglimpfung des Andersdenkenden. Kein bewusstes Schüren von Emotionen wie Angst, Neid oder Fremdenfeindlichkeit.

Nach meiner Überzeugung trägt ein Vorsitzender die volle Verantwortung, weniger für die beschlossenen Anträge oder Positionen, sondern in erster Linie für den Umgang miteinander.

In den von autoritären Vorsitzenden geprägten Gruppierungen redet man mehr über Personalfragen als über Sachthemen. In autoritären Gruppierungen reden manche immer, andere gar nicht. Weil sie in der aufgeheizten Atmosphäre nicht den Mut finden, sich einzumischen, oder weil manche über die Gebühr Zeit für ihre Meinung beanspruchen. Autoritäten zeigen auch gern einmal ihre Laut-„Stärke“ oder wenn sie Querdenker mit ihrem Herrschaftswissen konfrontieren. Herrschaftswissen, das sie vorher absichtlich zurückgehalten haben, um später diese Waffe einzusetzen. Eine weitere Unsitte ist „Teile und Herrsche“. Es werden Impulse gegeben, die nach Inhalt und Brisanz geeignet sind, Lager zu bilden und sich unversöhnlich gegenüber zu stehen. Personalfragen sind häufig ein Beispiel dafür, wo es keine Kompromisse geben kann. Diesen autoritären Unsitten sind nicht liberal!

Der gute Vorsitzende hört sich geduldig Meinungen auch von ungeübten Rednern an, er ermahnt zur Einhaltung von Zeitschranken und von Anstandsgrenzen. Er sucht Kompromisse und vermeidet Abstimmungen, die Bedenken einer großen Minderheit übergehen. Als guter Moderator überlässt er gern anderen „die show“. Er steht „über den Dingen“, und nicht im politischen „KleinKlein“, was Regierungsverantwortung oft mit sich bringt.

Das Ergebnis ist ein gutes Miteinander. Wo mehr Meinungen zum Ausdruck kommen und das gute Argument mehr Chance hat, angenommen zu werden. Wo der Neuling nicht durch heftige Streite oder Desinteresse an seiner Meinung abgeschreckt wird. Wo der Bürger nicht in der Zeitung von Austritten aufgrund persönlicher Zerwürfnisse erfährt.

Das Ergebnis wird der Zuspruch vom Wähler sein, denn eins erwartet man von der FDP: Fairness!

 

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